Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda Joseph Goebbels gab im Dritten Reich die Richtlinien des „rechten Denkens“ vor. Das Hauptziel der Reichskulturkammer war die staatliche Organisation und Überwachung bzw. Kontrolle der Kultur. Demnach diente die Reichskulturkammer der Gleichschaltung der Kultur, um alle gesellschaftlichen Bereiche zu kontrollieren. Heute gibt es den „linken“ Mainstream und dessen politische Korrektheit. Eine mächtige Allianz aus Merkel, Gauck und anderen Spitzenpolitikern, aus Gewerkschaften, Kirchen, muslimischen Verbänden, die Amadeu-Antonio-Stiftung, den großen Medien und Talkshows bis hin zur terroristischen Antifa und einem Justizminister der sich eher als Gesinnungsminister hervortut. Sie teilen in Hell-Deutschland und Dunkel-Deutschland. Sie stellen jeden der nicht dem „linken“ Mainstream und dessen politische Korrektheit entspricht in die rechten Ecke bzw. diffamieren sie ggf. gleich als Nazis. Dieser Mainstream, diese Gut"herren"menschen ersetzen das Grundgesetz. Sie verbreiten und verüben ein subtiles Klima der Angst und Unterdrückung in allen gesellschaftlichen Bereichen. Sie üben Zensur und gesellschaftlichen Druck aus, wo immer es ihnen möglich ist. Sie geben das neue „Rechte Denken“ vor und schränken das Grundrecht auf Meinungs- und Informationsfreiheit ein. Da würde selbst ein Joseph Goebbels vor Neid erblassen. Dieser Blog – soll "Neues" aus der „neuen Reichskulturkammer“ - mit zusammengetragenen Beiträgen aus dem Internet - widerspiegeln.

Der Philosoph Theodor W. Adorno: „Ich fürchte mich nicht vor der Rückkehr der Faschisten in der Maske der Faschisten, sondern vor der Rückkehr der Faschisten in der Maske der Demokraten.“

Monday, May 25, 2015

Zehn kleine Negerlein Volkslied (Anfang 20. Jh.)

Zehn kleine Negerlein, die gingen in einen Hain,
der eine hat sich aufgehängt, da waren's nur noch neun.

Neun kleine Negerlein, die haben einmal gelacht,
der eine hat sich totgelacht, da waren's nur noch acht.

Ein klein, zwei klein, drei klein, vier klein, fünf klein Negerlein,
sechs klein, sieb'n klein, acht klein, neun klein, zehn klein Negerlein.

Acht kleine Negerlein, die gingen mal Kegelschieben,
der eine hat sich totgeschoben, da waren's nur noch sieben.

Sieben kleine Negerlein, die gingen zu einer Hex,
der eine wurde totgehext, da waren's nur noch sechs.

Sechs kleine Negerlein gerieten in einen Sumpf,
da ist der eine stecken blieben, da waren's nur noch fünf.

Fünf kleine Negerlein, die gingen mal zum Bier,
der eine hat sich totgetrunken, da waren's nur noch vier.

Vier kleine Negerlein erhoben ein Geschrei,
der eine hat sich totgeschrien, da waren's nur noch drei.

Drei kleine Negerlein, die gingen am See vorbei,
da kam ein großer Hecht geschwommen, da waren's nur noch zwei.

Zwei kleine Negerlein, die gingen zu einem Schreiner,
der eine hat sich in'n Sarg gelegt, da war es nur noch einer.

Ein kleines Negerlein, das fuhr mal in 'ner Kutsch,
da ist es hinten raus gerutscht, da war'n sie alle futsch.

Political Correctness - Was darf man in Deutschland sagen – und was nicht?

Sprechverbote und Tabus bestimmen den öffentlichen Diskurs: „Wer in Deutschland nicht sozialdemokratisch ist, landet entweder im Irrenhaus oder im Ausland“, glaubt der Philosoph Peter Sloterdijk. Eine Analyse der Dos and Donts dieser Republik.

Es gibt in Deutschland Tabus. Wer gegen den ist und dies öffentlich kundtut, hat in aller Regel einen schweren Stand. Gutmenschen jeglicher Couleur denunzieren Menschen mit eurokritischen Meinungen in Talkshows als europafeindlich und als Revanchisten.

Auch wer den menschengemachten Klimawandel in Frage stellt, findet kaum Fürsprecher. „Solche Menschen haben kein Verantwortungsgefühl für die Zukunft unserer Kinder“, heißt das Totschlagargument. Und wer gar die Schuld an Armut und sozialen Problemen bei den Betroffenen selbst sucht, ist hartherzig und bar jeder Solidarität. Nur das Christentum darf man ablehnen. Weil der Papst die Pille verbietet und Priester im Zölibat leben. Am Islam ist dagegen jede Kritik verboten. Das wäre fremdenfeindlich.

Schweigen statt Zensur

Obwohl unsere Verfassung jedem Bürger garantiert, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei äußern zu dürfen, beherrschen Sprech- und Denkverbote die bundesdeutschen Debatten. Das funktioniert ohne sichtbaren staatlichen Zwang, schließlich heißt es im Artikel 5, Absatz III des Grundgesetzes ja auch ausdrücklich: „Eine Zensur findet nicht statt.“ Doch warum lassen sich die Menschen eigentlich all diese gedankliche Bevormundung gefallen? Und welche Antworten auf die brennenden Probleme werden durch solche Gängelei des Sprechens – und damit des Denkens – unterdrückt?

Die „Schweigespirale“

Eine anschauliche Erklärung für das Funktionieren eines Systems aus Tabus und Redeverboten lieferte bereits in den 70er-Jahren die Demoskopin Elisabeth Noelle-Neumann in ihrer Theorie der Schweigespirale. Danach treibt den Menschen die Angst vor der sozialen Isolation um – keiner will in einer Gruppe oder der Gesellschaft außen stehen. Das hat seine guten Gründe: Schließlich sind wir als soziale Wesen auf die Gemeinschaft angewiesen, und wir leben auch gern in ihr. Um nur ja nicht ausgegrenzt zu werden, beobachtet der Einzelne ständig seine Umgebung auf der Suche nach der gerade vorherrschenden Meinung – und passt sich ihr dann an.

Der Apple-Analyst prognostiziert für die Aktie auch nach 30 Prozent Kursverlust noch neue Höchststände, weil 90 Prozent seiner Kollegen das auch tun. Dschungelcamp-Fans outen sich heute öffentlich, weil das einstige Schmuddel-TV in den Feuilleton-Seiten von „Süddeutsche“ und FAZ Einzug gehalten hat. Und das angeblich meistverkaufte Accessoire für Porsche Panamera und Cayenne ist der „Hybrid“-Aufkleber. Am Auspuff allein ist nämlich die Umweltfreundlichkeit nicht zu erkennen.

Was als die gerade vorherrschende Meinung wahrgenommen wird, bestimmen die jeweilige Umgebung – etwa Familie, Freunde, Bekannte, Arbeitskollegen – und die Medien. Und ob eine abweichende Meinung richtig oder falsch ist, ist gar nicht entscheidend – weit wichtiger ist, ob sie als moralisch gut oder schlecht dasteht.

These
Sprache bestimmt das Denken, daher müssen diffamierende und diskriminierende Ausdrücke vermieden werden. Korrekte Begriffe verhindern, dass die Gegner von Fortschritt und Toleranz Gehör finden.

Antithese
Sprachverbote und Zensur vergiften die geistige Atmosphäre und lähmen die lösungsorientierte Debatte. Statt zu Offenheit und Toleranz führt Politische Korrektheit zu Feigheit und Anpassertum.

Keiner wagt, Alternativen zu denken

Aber wo sind die Alternativen zur herrschenden Meinung und die neuen Denkansätze? Fehlanzeige! Wenn abweichende Meinungen nicht mehr geäußert werden, weil ihre Vertreter sofort als unmoralisch gegeißelt werden, versiegt bald jede Diskussion.

Unter dem Einfluss von Political Correctness und Tabus entstand in der Bundesrepublik ein alternativloses politisches und intellektuelles Klima, das der Philosoph Peter Sloterdijk folgendermaßen beschreibt: „Ob einer sich zur Sozialdemokratie bekennt oder nicht, spielt schon längst keine Rolle mehr, weil es Nicht-Sozialdemokraten bei uns gar nicht geben kann, die Gesellschaft ist per se strukturell sozialdemokratisch, und wer es nicht ist, der ist entweder im Irrenhaus oder im Ausland. Es gibt keine ernsthafte Alternative dazu.“ Und tatsächlich redet heute alle Welt von Gerechtigkeit, wo doch nur Gleichheit gemeint ist; wird dem Kollektiv alles und dem Einzelnen immer weniger zugetraut und die Lösung der Probleme fast nur noch vom Staat erwartet.

Lösung statt Blockade

Welche Lösungsansätze mit diesem Diktat des Korrekten und der Angst vor Ausgrenzung torpediert werden, zeigt ein Blick auf obige Beispiele. Bereits 1954 entdeckte der „Spiegel“ die Klimaerwärmung. „Nach einer Island-Reise berichtete Dr. Rodewald, dass durch die klimatischen Änderungen Flächen frei geworden sind, die 600 Jahre lang unter Gletscher-Eis begraben lagen ...“, heißt es im sozialkritischen Nachrichtenmagazin. Die Ursache war schnell gefunden: Atombombenversuche! In den nächsten 20 Jahren blieb allerdings die globale Durchschnittstemperatur konstant. Der „Spiegel“ musste umdenken und suchte ein neues Schreckensszenario.

1974 fragte er: „Kommt eine neue Eiszeit?“ Diesmal hatten Forscher Änderungen im Magnetfeld der Erde als Ursache ausgemacht. Die Folge sollte eine rapide Abkühlung der Erdatmosphäre sein. Erneut erwies sich die Prognose als Fehlalarm: Bis 1998 stieg die globale Durchschnittstemperatur sogar an und zwar von 14,0 auf 14,6 Grad.

Neuer Versuch: Weltklimagipfel 2000. Der „Spiegel“ berichtet: „Die Zeit drängt: Darin waren sich die Eröffnungsredner in Den Haag einig. Die Streitfrage sei längst nicht mehr ob, sondern wie stark und wo sich das Klima verändere.“ Nach den Atomversuchen und den Änderungen im Magnetfeld der Erde hatten Forscher und Journalisten jetzt die Treibhausgase als Klimaveränderer entdeckt. Doch die Erwärmung verlief abermals nicht wie erwartet: Lag die globale Durchschnittstemperatur 1998 noch bei 14,6 Grad, waren es im vergangenen Jahr nur 14,5 Grad.

Als vor Kurzem Wissenschaftler des britischen Met Office, einer Institution, die eng mit dem Weltklimarat IPCC kooperiert, eine Pause beim globalen Temperaturanstieg bis mindestens zum Jahr 2017 ausriefen, reagierte die Expertenzunft mit hektischen Erklärungsversuchen. Die Wärme soll wahlweise in die Ozeane oder die Stratosphäre verschwunden sein. Auch schwefelhaltige Abgase in den Schwellenländern Asiens werden als Bremser der Erwärmung ausgemacht. Eines allerdings muss unter allen Umständen gehalten werden: die These vom menschengemachten CO2-Ausstoß als Ursache des Klimawandels. Wer nach den Erfahrungen mit früheren „Gewissheiten“ Zweifel anmeldet, gilt als Skeptiker – und denen müsse man laut Petra Döll, Leitautorin des Weltklimarats, nicht einmal mehr zuhören.

Doch das Festhalten an politisch-korrekten Tabus blockiert eine ergebnisoffene Diskussion. Und die brächte vielleicht neue Erkenntnisse und am Ende Lösungen. Welche Rolle spielt beispielsweise die Sonne? Wirken sich andere Treibhausgase wie Methan vielleicht weit stärker in der Atmosphäre aus als bisher bekannt? Und haben wir vielleicht doch mehr Zeit als angenommen, um nichts übers Knie zu brechen und eine Energiewende zu organisieren, die Hand und Fuß hat?

Neue Argumente

Beim Thema soziale Probleme gibt es sogar ein Beispiel aus der praktischen Politik, das zeigt, dass der Bruch von hergebrachten Tabus neue Ansätze liefern kann, die funktionieren. Dass die Ursachen für soziale Probleme oft bei den Betroffenen selbst liegen, ist zwar offensichtlich. Es beim Namen zu nennen gehörte dennoch zu den größten Tabus der sozialdemokratisierten Tradition. Politik und Sozialverbände hatten sich zwar auf die Formel „Fördern und Fordern“ verständigt, in der Praxis fand lange Zeit aber nur der erste Teil Beachtung. Erst Bundeskanzler Gerhard Schröder nahm mit der Agenda 2010 auch den zweiten Teil ernst und die Leistungsempfänger in die Pflicht. Zwar musste Schröder bei der nächsten Bundestagswahl den Hut nehmen, als richtig fürs Land erwies sich seine Entscheidung dennoch: Die Arbeitslosenrate sank deutlich, und Deutschland profitiert bis heute vom Tabubruch des Kanzlers.

Keiner verlässt das – sinkende – Schiff, alle Mitgliedsländer bleiben im Boot, lautet eines der Dogmen beim Euro. Aber könnte nicht auch hier ein anderer Ansatz weiterführen? Rettungspolitik nach dem Motto „Augen zu und zahlen“ erscheint jedenfalls keine dauerhafte Lösung, immer wieder tun sich Milliardenlöcher auf wie aktuell in Zypern. Was also, wenn beispielsweise Griechenland die Euro-Zone verlassen würde? Hätte das Land dann vielleicht bessere Chancen, sich zu erholen?

EU und IWF müssten keine weiteren Hilfsgelder in ein Fass ohne Boden investieren, sondern könnten den Griechen mit einer neuen Währung und gezielter Förderung helfen, wieder wettbewerbsfähig zu werden. In einer Sonderwirtschaftszone könnte Hellas – unterstützt von der EU – mit niedrigen Steuern ausländische Investoren anlocken und für kräftiges Wachstum sorgen. Auch könnte Griechenland die riesigen Öl- und Gasvorkommen in der Ägäis heben, die Geologen mit hoher Wahrscheinlichkeit dort vermuten. Bis zu 465 Milliarden Euro könnte das über die nächsten 25 Jahre bringen – mehr als genug, um selbst den griechischen Haushalt zu sanieren, Schulden zu begleichen und von Hilfen der Euro-Mitgliedsländer unabhängig zu werden. Ob das die letztendliche Lösung ist, weiß zwar keiner, doch bleibt die Frage: Warum hat in der öffentlichen Diskussion davon bisher kaum jemand etwas gehört?

Medien bestimmen die Weltsicht

Denkschablonen statt ergebnisoffener Debatten – das hat viel mit den Medien zu tun. Schließlich fallen die Vorstellungen davon, was gut und richtig ist, nicht einfach vom Himmel. Der Medientheoretiker Norbert Bolz spricht Klartext: Seit Jahrzehnten dominierten die Linksintellektuellen den Diskurs, sie hätten „das ausgeprägt, was wir Political Correctness nennen“. Daher gebe es nicht nur in der Welt der Kultur, sondern vor allem in den Massenmedien – auch im öffentlich-rechtlichen Rundfunk – einen „massiven, linksgeprägten Diskurs“.

In einer Welt, in der die Menschen durchschnittlich mehr als sieben Stunden pro Tag mit Medienkonsum verbringen, kann das nicht ohne Folgen bleiben. Zumal sich viele Medienmacher nicht mit der Rolle des bloßen Berichterstatters zufrieden geben wollen. „Massenmedien sind nicht nur ein Forum der politischen Auseinandersetzung oder ein Mittler zwischen den Fronten; die Medienorganisationen sind selbst Akteure, die auf der Basis ihrer zentralen Funktion in der politischen Kommunikation mit anderen Akteuren – Parteien, Verbänden, staatlichen Instanzen – um politischen Einfluss ringen“, heißt es beispielsweise auf der Website der Bundeszentrale für politische Bildung.

Journalisten selbst sehen sich gern in einer Wächterrolle, die sie unabhängig, objektiv und nur der Wahrheit verpflichtet ausfüllen. Bei näherem Hinsehen bekommt das hehre Bild freilich Kratzer. So förderte eine repräsentative Befragung von Journalisten nach ihren politischen Vorlieben Eindeutiges zu Tage: Rund 35 Prozent der Medienmacher sympathisieren mit den Grünen, 25 Prozent favorisieren die SPD. Der Union sahen sich dagegen gerade mal 7,6 Prozent verbunden. Nun haben sicher auch Journalisten das Recht auf eine eigene Meinung. Aber es wäre naiv zu glauben, dass sich ihre Vorlieben und Abneigungen nicht in der täglichen Arbeit spiegeln und auswirken würden.

Laut dem Medienwissenschaftler Hans Martin Kepplinger billigen denn auch fast die Hälfte aller Journalisten das „bewusste Hochspielen von Informationen, die ihre eigene Sichtweise stützen“. Beispiel Fukushima: Nach der Katastrophe fehlte es nicht an Darstellungen der Gefährlichkeit von Reaktorunfällen, in Sondersendungen warnten mehr oder weniger seriöse Experten vor den Folgen radioaktiver Strahlung. Dass Erdbeben und Tsunamis, die in Japan erst das Atomdesaster ausgelöst hatten, hierzulande eher selten vorkommen, wurde dagegen nicht erwähnt. Kepplinger: „Dadurch erschien Fukushima nicht als Folge regionaler Besonderheiten, sondern als Beleg für das generelle Risiko der Kernenergie.“ Was nicht in ihr Weltbild passe, werde von Journalisten dagegen gern heruntergespielt. So sei etwa die Schadstoffbelastung von Bio-Eiern schnell aus den Medien verschwunden, und auch die Gefahr durch Solaranlagen bei Bränden werde kaum thematisiert.

Gut vs. gut gemeint

Wo die gute Absicht wichtiger ist als die ergebnisorientierte Lösung, treibt die Sprachregulierung seltsame, zuweilen auch bizarre Blüten. Da darf Pippi Langstrumpf ihren Vater nicht mehr „Negerkönig“ nennen, wie sie das jahrzehntelang getan hat, sondern muss vom „Südseekönig“ sprechen. Zu groß war für den Verlag offensichtlich die Angst vor Rassismusvorwürfen; da musste der Kinderbuch-Klassiker eilig an die Sprachentwicklung angepasst werden. Ähnlichen „Säuberungsaktionen“ fielen schon die „Zehn kleinen Negerlein“ von Agatha Christie zum Opfer, die hierzulande nur noch unter dem Titel „Und dann gabs keines mehr“ erscheinen dürfen. Auch der Comic „Tim und Struppi im Kongo“ geriet wegen angeblich kolonialistischer Tendenzen unter Rassismusverdacht, ebenso der „Struwwelpeter“, weil dort vom „Mohrenkind“ die Rede ist.

Zuweilen stößt die Sprachbereinigung sogar bei den Betroffenen selbst auf Unverständnis. Weil längst nicht alle „Zigeuner“ zu den Stämmen der Sinti und Roma gehören, legen beispielsweise in Rumänien viele Angehörige dieser Volksgruppe großen Wert darauf, Zigeuner zu sein.

Und die allgegenwärtige Korrektheit macht selbst vor der Heiligen Schrift nicht halt. Ein Kreis aus Theologen und Sprachwissenschaftlern präsentierte vor einiger Zeit nach mehrjähriger Arbeit die „Bibel in gerechter Sprache“. In dieser Neuübersetzung der Texte aus dem Hebräischen und Griechischen gelten korrekte Sprachregelungen offenbar mehr als Theologie. Da kommt die Frohe Botschaft abwechselnd von „Gott“ oder „Göttin“, mal ist von dem, mal von der Höchsten die Rede. Dass Jesus nicht mehr der „Sohn“, sondern das „Kind“ Gottes ist, gehört da noch zu den harmloseren Verhunzungen.

Am Anfang stand der Ausbruch aus Schablonen

„Neusprech und Gutdenk“ überschrieb die „Zeit“ vor einiger Weile eine Betrachtung über die Political Correctness und zitierte damit George Orwell. In dessen Utopie „1984“ entwickelt der Staat eine Kunstsprache, den Neusprech, „um die Vielfalt der Gedanken zu verringern“. Gutdenk ist richtiges Denken, das diejenigen bestimmen, bei denen die Deutungshoheit liegt. Eine Gesellschaft ohne Tabus lasse sich nicht denken, meint die Wochenzeitung aus Hamburg, auch der moderne, aufgeklärte Mensch sei nicht frei von Sprach- und Denktabus. Die seien im Übrigen nichts Neues, so sei beispielsweise im Wilhelminischen Kaiserreich die Majestätsbeleidigung nicht nur unkorrekt, sondern sogar strafbar gewesen. Doch selbst die des konservativen Gedankenguts unverdächtige „Zeit“ räumt ein: „Was nicht benannt werden kann, kann auch nicht behoben werden.“

Etwas beheben wollten auch die Mütter und Väter der Political Correctness: Ursprünglich machten sie Front gegen Engstirnigkeit und festgefahrene Schablonen. In den Emanzipations- und Befreiungsbewegungen der 60er- und 70er-Jahre zog man gegen eine Spießbürgerwelt zu Felde, die man als zutiefst miefig empfand.

An den Universitäten demonstrierten die Studenten gegen den „Muff von 1000 Jahren“, den sie unter den Talaren der Magnifizenzen und Spektabilitäten ausgemacht hatten. Mit langen Haaren und bunten Outfits rebellierten Jugendliche gegen die strenge Kleiderordnung und die „brave“ Bürgerlichkeit der Adenauer-Ära. Beat und Rockmusik fegten wie ein frischer Wind durch die heile und öde Schlagerwelt. Frauen wollten sich nicht mehr ausschließlich auf „Küche, Kirche, Kinder“ reduzieren lassen und Männer sich nicht mehr nur über Leistung und Beruf definieren. Kurz: Es ging um die Befreiung von gesellschaftlichen Repressionen und Unterdrückung, Intoleranz und Tabus. Und das nicht nur in Deutschland, sondern möglichst überall auf der Welt.

Von den guten Absichten ist heute wenig geblieben. Die ehemaligen Vorkämpfer gegen bürgerliche Zwänge widersprechen sogar ihren eigenen Dogmen. Mit dem „herrschaftsfreien Dialog“ des Sozialphilosophen Jürgen Habermas, eines Säulenheiligen der Linken, lassen sich sprachliche Tabus und Denkverbote jedenfalls schwer vereinbaren. Schließlich darf in diesem Dialog – der lange als Allheilmittel gegen jedwedes gesellschaftliche Übel galt – kein äußerer Zwang das Gespräch behindern.

Anspruch und Realität

Gemessen am früheren Anspruch, wirkt das Meinungsklima in der heutigen Bundesrepublik fade, inhaltsleer und steril. Was nicht den genormten Mustern und Schablonen entspricht, darf auch nicht gesagt werden – selbst wenn sich die Debatten dadurch in einer Endlosschleife bewegen. Statt Lösungen suchen die Beteiligten nurmehr den Austausch korrekter, aber inhaltsleerer Floskeln. Das Publikum erreichen sie mit diesen öden Darbietungen längst nicht mehr.

Man stelle sich nur vor, in einer Talkshow zum Thema Kitas würde ein Grüner nicht nur über die Selbstverwirklichung der Eltern reden, sondern auch das Bedürfnis der Kinder, in einem behüteten Zuhause aufzuwachsen, thematisieren. Ein Genosse würde nicht nur die Steuerhinterziehung anprangern, sondern auch über die horrenden Sätze bei der Erbschaftsteuer sprechen, die Familienunternehmen beim Eigentümerwechsel zu schaffen machen. Oder – statt gebetsmühlenartig zu wiederholen, dass starke Schultern mehr zu tragen hätten als schwache – über die Wachstumseffekte eines einheitlichen, niedrigen Steuersatzes reflektieren.

Stattdessen legen sich politisch korrekte Phrasen wie Mehltau übers Land. Medienwissenschaftler Norbert Bolz zieht ein ernüchterndes Fazit: „Der Jammer der deutschen Situation ist der, dass ausgerechnet die Linken zu den großen Tabumächten geworden sind. Also die, die früher Aufklärung betrieben haben, die früher gekämpft haben für freie Meinung – überhaupt für Freiheit: Das sind die großen Tabumächte unserer Zeit.“

Wo es einst um die Utopie von einer Welt ohne Repressionen ging, herrscht heute eine Atmosphäre der Unterstellung und Verdächtigung, der Anpasserei und des Duckmäusertums, gegen die der angebliche Mief der 50er-Jahre wie Frischluft anmutet. Peter Sloterdijk bilanziert: „Wir haben uns – unter dem Deckmantel der Redefreiheit und der unbehinderten Meinungsäußerung – in einem System der Unterwürfigkeit, (. . .) der organisierten sprachlichen und gedanklichen Feigheit eingerichtet, das praktisch das ganze soziale Feld von oben bis unten paralysiert.“ Kein Wunder, dass der Mann als politisch unkorrekt gilt.

Quelle: FOCUS Online 1996-2015

Wer hat Angst vorm Schwarzen AfD-Mann?

Kopernikus Gymnasium - Drohungen wegen AfD-Teilnahme: Politische Schuldiskussion abgesagt.

Weil die Schule angeblich bedroht worden ist, wurde eine Diskussionsrunde über die Flüchtlingsproblematik am Kopernikus Gymnasium Bargteheide abgesagt.

AfD-Mitglied Achille Demagbo
Es wäre eine interessante Diskussion geworden. Über die Flüchtlingsproblematik wollten Oberstufenschüler des Kopernikus Gymnasiums Bargteheide (KGB) am Dienstagvormittag diskutieren. Dazu hatten sie drei Politiker eingeladen. Einer stieß aber auf massive Ablehnung. Mit Boykott und Störungen der Veranstaltung wurde am Vortag gedroht, weil auch ein Mitglied der Alternative für Deutschland (AfD) daran teilnehmen sollte.

„Das war der ausdrückliche Wunsch des Vorbereitungsteams“, sagt Schulleiterin Brigitte Menell, „damit die Diskussion lebendig und kontrovers verläuft.“ Das Risiko von Störungen wollte sie nicht eingehen. So wurde die Veranstaltung kurzfristig abgesagt. „Die Schule ist ein Schutzraum für die Schüler. Ihre Sicherheit hat für mich Priorität“, sagt sie. Am Vortag seien massenhaft E-Mails eingetroffen, die einen Abbruch forderten.
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Aus einer Zuschrift an das Stormarner Tageblatt, der ich nichts mehr hinzufügen muss:

Viel Ärger um die AfD - Da haben wirs also! Eine Schulveranstaltung, die zur Meinungsbildung der Schüler beitragen soll, wird abgesagt, weil ausgerechnet diejenigen, welche uns fast täglich das Hohelied der Vielfalt, der (Anti-)Diskriminierung, der Willkommenskultur, des Minderheitenschutzes etc. vorsingen, diese zu stören drohen. Genau diese sind es, die hier ihre Maske fallen lassen und selbst für Diskriminierung und Ausgrenzung sorgen.

Ich meine damit nicht einmal, dass der Diskussionsteilnehmer der AfD selbst dunkelhäutig und Migrant aus Afrika ist. Nein, es macht mich wütend, dass es Gruppierungen gibt, die den offenen Diskurs verhindern, weil sie meinen die Meinungshoheit zu besitzen und damit öffentlich zur Diskriminierung Andersdenkender aufrufen zu dürfen.

Selbst wenn die AfD das wäre, was diese Herrschaften in ständigen Wiederholungen immer wieder über diese Partei behaupten, dann müssten doch gerade sie, die die gute Sache für sich in Anspruch nehmen, einen offenen Diskurs nicht scheuen - nein, sie müssten ihn geradezu suchen! Statt dessen torpedieren sie die politische Meinungsbildung von jungen Menschen. Wie armselig! 
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Die Argumente der Gegner: Die AfD sei eine rechtspopulistische und ausländerfeindliche Partei und deren Parolen seien nicht weit entfernt von der rechtsextremen NPD. Das könne insbesondere den Flüchtlingen nicht zugemutet werden, die in Bargteheide Schutz gesucht haben und die eigentlich mitdiskutieren wollten.

Vier Flüchtlinge waren ebenfalls eingeladen. „Drei Eritreer und ein Syrer wollten mit mir kommen“, sagt Bargteheides Gleichstellungsbeauftragte Gabriele Abel. „Sie wären zusammen mit ihren Patinnen und Paten zur Diskussion erschienen und wollten dazu auch einen afrikanischen Dip mitbringen.“ Die Flüchtlinge wollten über die Umstände ihres Wegs bis nach Deutschland berichten. Über die Absage seien sie enttäuscht gewesen.

Enttäuscht sind auch die Schüler. Eine Vorbereitungsgruppe hatte viel Zeit und Mühen aufgewendet und schon einen Fragenkatalog für die Diskutanten entwickelt. Die vorbereitende Gruppe sei sich der Brisanz durchaus bewusst gewesen. „Sie haben sich das aber zugetraut und fühlten sich der Diskussion gewachsen.“ Pikanterweise hat auch das eingeladene AfD-Mitglied eine dunkle Hautfarbe. Achille Demagbo ist Beisitzer im Kieler Landesvorstand der AfD und von Beruf Übersetzer. Zumindest er hätte vermutlich auch aus der Sichtweise eines Migranten argumentiert, und ganz sicher nicht aus einer rassistischen. Eingeladen waren auch der Bundestagsabgeordnete Gero Storjohann (CDU), Landtagsmitglied Tobias von Pein (SPD) und Bürgermeister Dr. Henning Görtz (CDU).

Dass die Veranstaltung geplatzt ist, macht Gabriele Abel traurig: „Ich komme aus dem Osten Deutschlands und weiß, was es heißt, wenn Meinungen unterdrückt werden.“ Das KGB habe bereits mit mehreren Veranstaltungen Diskussionskultur bewiesen. „Die Schüler wollten die volle Bandbreite von Gesprächspartnern bieten, schade, dass es von außen verhindert wurde.“

Ob Brigitte Menell die AfD noch einmal einladen würde? „Darüber müsste ich nachdenken. Aber wir haben nicht wirklich eingesehen, warum wir das nicht tun dürfen.“

Juso-Kreisvorsitzender Lukas Zeidler (18): „Die AfD zu einer Veranstaltung über Flüchtlings- und Asylpolitik einzuladen, halten wir Jusos Stormarn für mehr als fraglich. Für uns ist die AfD nach wie vor eine rechtspopulistische Partei. Wir stehen hinter der Argumentation von Patrick Rohde.“

Der frühere Un-Jugenddelegierte und Ex-KGB-Schüler hatte auch eine AfD-Ausladung gefordert. Angeblich sei die Veranstaltung abgesagt worden, „weil in meiner Mail die Schulleitung massiv bedroht wurde. Auf meiner Facebook-Seite finden Sie alle Mails, die ich zu dem Thema an die Schule verfasst habe. Von einer Bedrohung und der Gefährdung der Schüler kann in keinster Weise die Rede sein“, so der Grüne.

AfD-Mann Achille Demagbo ist 34 Jahre alt, Vater von vier Kindern, stammt aus dem westafrikanischen Benin und hat in Deutschland studiert. Zur Absage sagt er: „Ich bin enttäuscht über so viel Hass und Unverständnis. Zur Demokratie gehört die Auseinandersetzung über unterschiedliche Meinungen. Ich finde es sehr enttäuschend, dass die Schullei-tung vor demokratiefeindlichen Protesten eingeknickt ist.“ Derweil wird eine weitere Veranstaltung der KGB-Diskussionsreihe vorbereitet.

Quelle: sh:z/ Stormarner Tageblatt

Humboldt-Universität - Warum das Münkler-Watch-Blog die Freiheit gefährdet

Das Studentenblog "Münkler-Watch" zeigt: Die Meinungsfreiheit wird heute nicht mehr von autoritären Kräften bedroht, sondern von der politischen Korrektheit, meint unserer Kolumnistin.

Studenten der Humboldt-Universität regen sich über ihren Professor auf. Sie beschweren sich, dass der Politologe Herfried Münkler eine distanzierte Haltung zu Genderfragen einnehme. Außerdem lasse der andernorts hochgelobte Wissenschaftler Sympathien für die kriegstreiberischen Lehren Niccolo Machiavellis und Carl Schmitts erkennen. Und, am schlimmsten, auf seinen Literaturlisten tauchen vor allem Autoren, aber kaum Autorinnen auf.

Selbst wenn die Studenten recht hätten: Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. So steht es im Artikel 5 des Grundgesetzes. Herr Münkler kann lehren, was und wie es ihm passt, solange er auf dem Boden der Verfassung steht.
Diskutieren wollen die Studenten mit Münkler nicht - da gewinnt der ja immer

Man muss die Ansichten, vielleicht auch die Rückständigkeit älterer Professoren nicht gut finden, um von ihrem Wissen und ihrer Forschung profitieren zu können. Die Freiheit der Studenten besteht darin, eine Vorlesung zu besuchen, oder es zu lassen. Sie könnten sich auch mit den Positionen ihres Professors befassen und die Auseinandersetzung darüber suchen. Das aber scheuen die Studenten der Humboldt-Universität. Sie hätten Angst vor Repression, sagen sie. Und außerdem gewinne Münkler immer, wenn sie mit ihm diskutierten. Deshalb verstecken sie sich lieber in der Anonymität eines Blogs.

Die Meinungsfreiheit und die Freiheit der Forschung werden heute nicht mehr von autoritären Kräften bedroht. Nicht kirchliche Dogmen setzen ihnen zu oder drakonische Notstandsgesetze. Nein: Die Meinungsfreiheit wird von ihren Freunden beiläufig ausgehöhlt und kaum verschämt abmontiert. Bestimmte Autoren sollen nicht gelesen, andere dagegen ausführlicher gewürdigt werden. Die Sprache der Professoren soll sich ändern, das Denken auch. Von diesen bizarren Überlegungen ist es nicht mehr weit bis zur Diktatur der politischen Korrektheit: Nur noch das soll herausgefunden werden, was in den Wertekanon einer gendergerechten Gesellschaft (und in leichte Sprache) passt.

Wäre das immer schon so gewesen, wäre die Erde heute noch eine Scheibe.

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Joseph Goebbels - Ja! Ich schreie vor Glück. Im Tagesspiegel steht dazu in einem Kommentar:

Jeder Diktator müsste heulen vor Glück, wenn er sieht, dass er überhaupt gar nichts mehr von oben zensieren muss, sondern dass eine Bevölkerung schon so weit "abgerichtet" ist, dass sie zur Selbstzensur schreitet insofern, als dass jeder, der auf eine abweichende Ansicht nicht verzichten will, das gesellschaftliche (und damit auch oft berufliche) Abseits riskiert. Der Trend geht - wie fast überall - hin zum "Norm-Schaf". 

Joseph Goebbels - Ja! Ich heule und schreie vor Glück!! Weiter so.