Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda Joseph Goebbels gab im Dritten Reich die Richtlinien des „rechten Denkens“ vor. Das Hauptziel der Reichskulturkammer war die staatliche Organisation und Überwachung bzw. Kontrolle der Kultur. Demnach diente die Reichskulturkammer der Gleichschaltung der Kultur, um alle gesellschaftlichen Bereiche zu kontrollieren. Heute gibt es den „linken“ Mainstream und dessen politische Korrektheit. Eine mächtige Allianz aus Merkel, Gauck und anderen Spitzenpolitikern, aus Gewerkschaften, Kirchen, muslimischen Verbänden, die Amadeu-Antonio-Stiftung, den großen Medien und Talkshows bis hin zur terroristischen Antifa und einem Justizminister der sich eher als Gesinnungsminister hervortut. Sie teilen in Hell-Deutschland und Dunkel-Deutschland. Sie stellen jeden der nicht dem „linken“ Mainstream und dessen politische Korrektheit entspricht in die rechten Ecke bzw. diffamieren sie ggf. gleich als Nazis. Dieser Mainstream, diese Gut"herren"menschen ersetzen das Grundgesetz. Sie verbreiten und verüben ein subtiles Klima der Angst und Unterdrückung in allen gesellschaftlichen Bereichen. Sie üben Zensur und gesellschaftlichen Druck aus, wo immer es ihnen möglich ist. Sie geben das neue „Rechte Denken“ vor und schränken das Grundrecht auf Meinungs- und Informationsfreiheit ein. Da würde selbst ein Joseph Goebbels vor Neid erblassen. Dieser Blog – soll "Neues" aus der „neuen Reichskulturkammer“ - mit zusammengetragenen Beiträgen aus dem Internet - widerspiegeln.

Der Philosoph Theodor W. Adorno: „Ich fürchte mich nicht vor der Rückkehr der Faschisten in der Maske der Faschisten, sondern vor der Rückkehr der Faschisten in der Maske der Demokraten.“

Thursday, October 20, 2016

Ein syrischer "Flüchtling" muss nach Deutschland kommen, um zum ersten Mal im Leben einen Obdachlosen zu sehen.

Obdachlose und Migranten

Sag' es durch den Flüchtling

„Berlin vergisst die Obdachlosen" titelt der Tagesspiegel. Auf den ersten Blick eine Schlagzeile, wie man sie oft und politische Spektren übergreifend in den hiesigen Medien liest. Jedes Jahr auf's Neue im Herbst/Winter stellt sie sich: Die Frage nach der Unterbringung von Deutschlands Obdachlosen. Jedes Jahr fällt die Antwort gleich beschämend aus. Denn wie auch in vielen anderen Ländern schauen wir die meiste Zeit des Jahres weg, wenn es um die Schwächsten innerhalb der eigenen Bevölkerung geht. Nichts Schönes, aber auch nichts Neues.

Und dennoch ist dieser Text bemerkenswert. Zum einen, weil es tatsächlich der eher links ausgerichtete Tagesspiegel ist, der sich in das politisch inkorrekte Minenfeld des Vergleiches zwischen einheimischer Bevölkerung und Flüchtlingen begibt. Zum anderen, weil es sich beim Verfasser des Textes selbst um einen Flüchtling handelt. Und vielleicht ist es gerade dieser Umstand, der die politisch inkorrekte Lücke, die der Vergleich aufgerissen hat, wieder schließt. Denn Flüchtlinge dürfen Dinge sagen, die wir nicht sagen dürfen. Ähnlich wie die früheren Generationen von muslimischen Einwanderern, die mittlerweile jedoch auch hin und wieder schon als Nazis gelten. Das Politisch Inkorrekte hebt sich durch den politisch korrekten Einsatz des Flüchtlings als Sprachrohr auf. Eigentlich eine geniale, wenn auch zutiefst verlogene Masche.

Der linke gute Rassismus

Denn auch hier zeigt sich der linke gute Rassismus, wie ihn an anderer Stelle schon Gideon Boes beschrieb. Soll heißen: An den Flüchtling erhebt man nicht die gleichen moralischen und lückenlos politisch korrekten Ansprüche wie an die einheimische Bevölkerung und ihre Schreiberlinge. Wenn der türkische Nachbar seine Frau nicht an die Luft schickt, dann ist das eben seine kulturelle Eigenheit, aber wehe dem Chauvi, der an der Uni nicht korrekt gendert. Ganz ähnlich verhält es sich mit unserem geflüchteten Schreiber: Zwar mag der Vergleich von Asylbewerbern und Teilen der einheimischen Bevölkerung unter zivilisierten Deutschen ih bäh und vor allem böse "rechtspopulistisch" sein – wenn es jedoch der Flüchtling selbst ist, der auf genau jene unfairen Missstände aufmerksam macht, geht das in Ordnung. Endlich muss sich der gutmenschliche Redakteur nach der zustimmenden Lektüre eines Tichy's Einblick- oder Achse des Guten-Artikel nicht mehr das eigene Hirn mit Seife auswaschen. Stattdessen sagt er es jetzt selbst durch die Blume – äh – den Flüchtling.

Denn längst dürfen wir selbst nur noch im abstrakten, theoretischen Sinne über so etwas wie Würde schwadronieren, während uns der syrische Autor des Tagesspiegel-Artikels einfach aufzeigt, wo die Würde ganz praktisch und jeden Tag in unserer Gesellschaft verletzt wird:

In Syrien hatten wir keine Obdachlosen, sondern nur Arme. Aber auf jeden Fall schlafen sie nicht auf der Straße. Sie haben Familie oder sie sind Bettler, die manchmal mehr Geld besitzen als du selbst. Obdachlose zu sehen, ist ganz neu für uns hier."

Er ist es, der durch den guten Rassismus einer über alle Maßen verkrampften und von politischer Korrektheit gelähmten Gesellschaft zu jenem Kind aus Hans-Christian Andersens „Des Kaisers neue Kleider" wird. Der das ausspricht, was alle heimlich denken und der es deshalb darf, weil wir ihm die gleichen kindlich-naiven Attribute zubilligen.

Derweil diskutieren wir Deutschen über die Würde in der Theorie anhand eines fiktiven Beispiels. Ob es legitim ist, ein Flugzeug mit 164 Menschen abzuschießen, wenn man dafür den Tod von 70.000 Menschen in einem Fußballstadion verhindert. Ob es diese fiktiven Menschen in ihrem fiktiven Flugzeug mit ihrem fiktiven Terroristen und ihrer fiktiven Todgeweitheit ihre fiktive Würde kosten würde, wenn wir sie fiktiv abschießen, während genau in diesem Moment überall und immer wieder ganz real die Würde vieler Menschen hierzulande angetastet, ja gar ganz unverschämt betatscht wird.

Wessen Würde?

Unweigerlich wirft dies die Frage nach der Würde selbst auf. Wie wir sie definieren und wer darüber bestimmt, wann sie als angetastet gilt und wann nicht. Denn auch das Grundgesetz ist nichts, was Gott via Moses-ähnlichem Mittelsmann an uns Deutsche durchgegeben hat. Auch die Richter des Bundesverfassungsgerichtes sind keine seiner Gesandten. Insofern ist die Frage nach dem Gehalt eines derart diffusen Begriffes und damit einhergehender Risiken durchaus angebracht, selbst wenn wir ihn nicht grundsätzlich infrage stellen.

Würde ist – ich sagte es bereits – ein schwammiger Begriff. Stets ist damit die Gefahr der Aushöhlung gegeben. Wer aushöhlt, bestimmt in diesem Fall das vorherrschende politische Klima: In den letzten Jahrzehnten in Deutschland vor allem geprägt durch eine linksgrüne Presse und Minderheitenverbände aller Art – allen voran muslimische Fordererverbände – die sich gegenseitig Rückendeckung geben.

Dabei herausgekommen ist ein Zustand, der uns vielleicht bis zum letzten Detail – bis hin zur verbleibenden Lebensdauer von fiktiven Flugpassagieren und inwiefern es die Würde dieser Menschen kostet, wenn wir ihnen diese wenigen Sekunden, Minuten nehmen – über richtig und falsch diskutieren lässt, der jedoch darüber hinwegtäuscht, wie es um unser tatsächliches Verhältnis zur Würde bestellt ist.

Denn der syrische Flüchtling hat vollkommen Recht. Genauso wie die deutschen Schmuddelkinder, die ebenso vergleichen und deren Schmuddelkind-Status nur darin begründet liegt, dass sie keine syrischen Flüchtlinge sind. Dass sie nicht neu in dieser Gesellschaft sind und nicht zu dieser sakrosankten islamischen Kultur gehören, der man in mitleidiger Überheblichkeit eben ein paar mehr Ausrutscher zugesteht.

Es ist genau jener Umstand, der bereits verrät, wie es um die Würde in diesem Land steht. Dass sie vielleicht zwar jedem verbal zugebilligt wird, aber dass eine unterschiedliche Beurteilung in der Antastbarkeit dieser Würde längst evident ist. Dass wir nur die meiste Zeit versuchen, darüber hinwegzutäuschen, indem wir Vergleiche, wie den unseres syrischen Autors, normalerweise tabuisieren.

Dabei ist die Frage, die unser syrischer Autor im Tagesspiegel aufwirft, vollkommen richtig. Warum werden Flüchtlinge besser versorgt als Obdachlose? Warum gehen wir mit unseren Einheimischen schlechter um als mit Fremden? Oder anders formuliert: Warum hat der Kaiser denn nun eigentlich keine Kleider an?

Ohne Lobby

Jörg Baberowski, seines Zeichens vom AStA der Uni Bremen ohnehin zum Rechtsradikalen (vermutlich, weil kein Flüchtling) erklärt, kommentiert hierzu auf seiner Facebook-Seite: „Obdachlose haben keine Lobby. Niemand könnte mit ihrer Unterbringung Geld verdienen oder sich moralisch vor anderen aufrüsten. Weit und breit kein Gutmensch, der sie mit Teddybären bewirft."

Ich gehe noch weiter. Und behaupte, dass die Obdachlosen in Deutschland nicht mehr die einzige Gruppe ohne Lobby in Deutschland sind. Dass es uns zweifelsohne nicht so unmittelbar und hart trifft wie sie, dass wir langfristig aber alle dafür zahlen werden, dass man unser aller Würde längst wie ein Flugzeug zum Abschuss freigegeben hat.

Die Migrationskrise hat jene heuchlerische Doppelmoral in Bezug auf den Umgang mit der menschlichen Würde hierzulande entlarvt. Und sie entlarvt sie täglich von Neuem. Immer dann, wenn die Politik wieder den Kniefall vor dem Islam und seinen Vertretern übt, während sie die Kritiker der Asylpolitik als Pack beschimpft. Immer dann, wenn sich die Kanzlerin Zeit für die unverletzten Opfer eines ungeklärten Anschlags auf eine Moschee nimmt, während sie mit keinem einzigen Opfer der Kölner Silvesternacht oder des Terrors in Deutschland je gesprochen hat. Immer dann, wenn unsere Öffentlich-Rechtlichen Übergriffe auf Asylbewerber anprangern, während sie nicht annähernd die gleiche erzieherische Empörung an den Tag legen, wenn ein junger Sechzehnjähriger von einem südländlisch aussehenden Mann erstochen und seine Freundin anschließend in die Alster gestoßen wird.

Ja, immer dann wird unsere Würde verletzt. Immer dann wird das eine Menschenleben für schützenswerter, für wertvoller erachtet als das andere. Immer dann geschieht in der Praxis mit der Würde das, was wir in der Theorie so unbedingt vermeiden wollen, wenn wir uns darüber streiten, ob man das fiktive Flugzeug nun abschießen darf oder nicht. Darüber sollten wir reden. Direkt. Nicht durch die Blume und nicht durch den Flüchtling.

Quelle: http://www.tichyseinblick.de/meinungen/sag-es-durch-den-fluechtling/

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