Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda Joseph Goebbels gab im Dritten Reich die Richtlinien des „rechten Denkens“ vor. Das Hauptziel der Reichskulturkammer war die staatliche Organisation und Überwachung bzw. Kontrolle der Kultur. Demnach diente die Reichskulturkammer der Gleichschaltung der Kultur, um alle gesellschaftlichen Bereiche zu kontrollieren. Heute gibt es den „linken“ Mainstream und dessen politische Korrektheit. Eine mächtige Allianz aus Merkel, Gauck und anderen Spitzenpolitikern, aus Gewerkschaften, Kirchen, muslimischen Verbänden, die Amadeu-Antonio-Stiftung, den großen Medien und Talkshows bis hin zur terroristischen Antifa und einem Justizminister der sich eher als Gesinnungsminister hervortut. Sie teilen in Hell-Deutschland und Dunkel-Deutschland. Sie stellen jeden der nicht dem „linken“ Mainstream und dessen politische Korrektheit entspricht in die rechten Ecke bzw. diffamieren sie ggf. gleich als Nazis. Dieser Mainstream, diese Gut"herren"menschen ersetzen das Grundgesetz. Sie verbreiten und verüben ein subtiles Klima der Angst und Unterdrückung in allen gesellschaftlichen Bereichen. Sie üben Zensur und gesellschaftlichen Druck aus, wo immer es ihnen möglich ist. Sie geben das neue „Rechte Denken“ vor und schränken das Grundrecht auf Meinungs- und Informationsfreiheit ein. Da würde selbst ein Joseph Goebbels vor Neid erblassen. Dieser Blog – soll "Neues" aus der „neuen Reichskulturkammer“ - mit zusammengetragenen Beiträgen aus dem Internet - widerspiegeln.

Der Philosoph Theodor W. Adorno: „Ich fürchte mich nicht vor der Rückkehr der Faschisten in der Maske der Faschisten, sondern vor der Rückkehr der Faschisten in der Maske der Demokraten.“

Sunday, December 18, 2016

Mal eben das Falsche verbieten

Mal eben das Falsche verbieten

Die schöne neue Welt ist eigentlich ganz leicht zu schaffen. Man muss nur das Böse einfach verbieten. Beispielsweise kann man das Lügen einfach per Gesetz unter Strafe stellen und schon ist der Wahrheit zum Durchbruch verholfen.

Bei einer solchen Formulierung weiß natürlich jeder, der noch über einen Restbestand gesunden Menschenverstandes verfügt, dass diese Aussage ziemlich unsinnig ist. Doch wenn deutsche Politiker ankündigen, die Verbreitung falscher Nachrichten unter Strafe stellen zu wollen, dann wird darüber berichtet, als handele es sich um eine sinnvolle Initiative.

Wenn der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Oppermann in dieser Frage sogar eine „härtere Gangart" androht und einen Gesetzentwurf verspricht, der gleich nach der Weihnachtspause in Windeseile erarbeitet wird, und sogar schon weiß, wie die Lüge zu verbieten ist, wäre etwas Alarmstimmung durchaus angebracht. Doch stattdessen wird weitgehend zurückhaltend berichtet, dass die Große Koalition nach Oppermanns Worten Internetplattformen wie Facebook gesetzlich verpflichten will, rund um die Uhr zur Anzeige von Falschnachrichten erreichbar zu sein.

„Wenn Facebook nach entsprechender Prüfung die betroffene Meldung nicht unverzüglich binnen 24 Stunden löscht, muss Facebook mit empfindlichen Bußgeldern bis zu 500.000 Euro rechnen", erläuterte der SPD-Fraktionschef. Zudem müsse es einen Anspruch auf „Richtigstellung mit der gleichen Reichweite geben". Oppermanns Kollege Kauder bestätigte: „Jetzt werden wir in der Koalition gleich zu Beginn des kommenden Jahres handeln."

Falsche Nachrichten gibt es seit Menschengedenken. Sie sind manchmal ärgerlich, manchmal beruhigend, manchmal beunruhigend und eigentlich möchte ihnen niemand auf den Leim gehen. Deshalb waren die Menschen immer wieder gezwungen, zu lernen, wie man falsche von wahren Botschaften unterscheidet.

Die Menschen mussten immer lernen falsche von wahren Botschaften zu unterscheiden

Bei den Medien zeigte die Erfahrung, wer vertrauensvoll ist und wer nicht. Es braucht natürlich lange, sich den Ruf der Glaubwürdigkeit zu erarbeiten und man hat ihn schnell verspielt, wenn man einiger Falschmeldungen überführt wird. Der Vertrauensverlust, den viele etablierte Medien derzeit verzeichnen müssen, ist aber nicht die Folge böswillig gestreuter Falschmeldungen, sondern des Eindrucks vieler Medienkonsumenten, die Redaktionen würden ihnen ein geschöntes Bild der Wirklichkeit zeichnen, wenn bestimmte heikle Themenfelder berührt werden. Mündige Leser und Zuschauer wollen über ihre Informationsquellen selbst entscheiden und sie können zumeist relativ sicher bewerten, bei welcher Medienquelle sie welche Tendenz mit einzurechnen haben.
Über das Grundproblem beim Vorgehen gegen „Fake News", wie falsche Nachrichten inzwischen neudeutsch genannt werden, wird ohnehin wortreich hinweg argumentiert: Wer entscheidet darüber, was wahr und was gelogen ist? Besser eine Facebook-Agentur oder eine Behörde? Oder vielleicht lieber ein Verein engagierter Berufsdenunzianten, um „externen Sachverstand" einzubinden?
Warum stellt sich niemand zuerst die Frage, wieso Falschnachrichten, die quellenlos über Netzwerke verbreitet werden, trotz anderslautender Nachrichten etablierter professioneller Medien so wirkmächtig werden können? Vielleicht hat es ja damit zu tun, dass viele Redaktionen hierzulande zugelassen haben, dass die professionellen Standards immer mehr geschliffen wurden. Welcher Kollege hat denn noch die Möglichkeit zu eigener gründlicher Recherche? Wer steht hinter einem Autor, der sich beispielsweise islamkritisch äußert, bei Gegenwind? Warum solidarisiert sich niemand mehr öffentlich mit Publizisten, die aus diesem Grunde in Deutschland unter ständigem Polizeischutz stehen, weil sie wegen ihrer Arbeit an Leib und Leben bedroht sind?

Propaganda kann man in einem freien Land nicht verbieten

Und vor allem, warum haben sich beinahe alle Redaktionen offenbar davon verabschiedet, eine Trennung zwischen Berichterstattung und Kommentar wenigstens noch anzustreben? Wo professionelle journalistische Standards nichts mehr gelten, schlägt die Stunde der Amateure und der Propagandisten. Dass letztere keine Freunde der Wahrheit sind, ist nicht verwunderlich. Doch auch Propaganda kann man in einem freien Land mit dem Recht auf freie Rede und eine freie Presse nun einmal nicht verbieten. Die Bürger müssen halt lernen, Propaganda zu erkennen.
Das, was Oppermann und Kauder jetzt ankündigen, sollte uns protestierend aufschreien lassen, denn es ist die schleichende Einführung der Zensur, ohne sie so zu nennen. Auch die Zensoren aller Welt rechtfertigen ihr Tun damit, dass sie nur falsche Berichte und schädliche Aussagen verhindern würden.

Vielleicht hilft ein Beispiel, um zu verstehen, was die neue Zensur-Initiative praktisch bedeutet: Hätte es das Oppermann-Kauder-Gesetz im Januar 2016 schon gegeben, dann hätten wir womöglich von den Geschehnissen der Kölner Silvesternacht nie etwas erfahren. Am Neujahrstag gab die Polizei eine offizielle Pressemitteilung heraus, wonach es in Köln eine ruhige Silvesternacht gegeben hätte. Das wäre eindeutig die amtliche Wahrheit. Erst durch die Berichte von Opfern und Augenzeugen im Netz wurden erst die Öffentlichkeit und bald danach auch die Medien darauf aufmerksam, was in dieser Nacht eigentlich Ungeheuerliches passiert ist. Doch mit dem neuen Gesetz wären diese ersten Berichte eindeutig als Fake-News einzustufen gewesen, denn sie widersprachen ja der offiziellen Wahrheit der ersten Polizei-Pressemitteilung. Noch bevor jemand mit der Recherche begonnen hätte, wären die anderslautenden Berichte wieder gelöscht worden. Und wenn etwas einmal als mit Strafandrohung als Fake-News klassifiziert wurde, wie hoch ist dann die Wahrscheinlichkeit, dass eine Redaktion entscheidet, genau dort zu recherchieren, ob die „Fake-News" nicht vielleicht doch stimmen?

Hätte es das geplante Gesetz schon gegeben, dann gäbe es für die, die nicht dabei waren, keine Möglichkeit, etwas vom Staatsversagen in der Kölner Silvesternacht zu erfahren. Kein Untersuchungsausschuss des Landtags wäre in Aktion getreten, um sich um Aufklärung zu bemühen. Ganz im Sinne des Bundesinnenministers, der ohnehin glaubt, dass es Nachrichten gibt, die man den Bürgern lieber nicht zumutet, weil es sie ja unnötig verunsichern würde.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Peter Grimms Blog Sichtplatz hier.
Quelle: http://www.achgut.com/artikel/fakenews_schnell_das_falsche_verbieten

Foto: Ralf Roletschek GFDL 1.2 via Wikimedia Commons

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